- www.die-revolution-der-automation.ch
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Automatisierte Abläufe haben das Transportwesen, die Produktions- und die Arbeitsverhältnisse revolutioniert. Sie hinterlassen auch tiefe Spuren in der gesellschaftlichen Interaktion und in der Gestaltung der privaten Lebenswelt. Automation verspricht Sicherheit, Tempo, Effizienz und sie verheisst mehr Freiheit und Freizeit. Gleichzeitig sehen Skeptiker in ihr ein Mittel zur fortgesetzten Entfremdung, Kontrolle und Masslosigkeit. In diesem Spannungsfeld verortete sich die Konferenz „Die Revolution der Automation.“
Zweifellos setzt die Automatisierungsrevolution des 20. Jahrhunderts die Ikonen der Industrialisierung – die Dampfmaschine und die damit betriebene Eisenbahn – voraus. Das heutige Automationspotenzial erschliesst sich jedoch erst durch Innovationen wie den Transistor, die Elektronik und die Digitalisierung. Denn erst die Technologie seit der Mitte des 20. Jahrhunderts kann, so der Historiker Eric Hobsbawm, die Vision der „Dampf-Verstand-Philosophen“ des 19. Jahrhunderts von einer Automation der Fabrik erfüllen (Hobsbawm 1969). Das gilt insbesondere für den Verkehr. Die Entwicklung der modernen Verkehrsmittel verläuft denn auch wesentlich durch und mit Automatisierungsschübe(n). Neben dem Flugverkehr eignen sich spurgeführte Systeme besonders gut für einen selbsttätigen Betrieb, wie moderne Metros zeigen. Seit den 1960er-Jahren setzen auch die schweizerischen Bahnakteure grosse Hoffnungen auf ein durch moderne Computersysteme ermöglichtes „automatisches kybernetisches System“, welches die situative Lenkung und Steuerung weitgehend ersetzen würde. Beim Individualverkehr wirft eine weitgehende Automatisierung des Transportvorgangs grundlegende Fragen nach Souveränität, Autonomie und Verantwortung auf. Kann die mittels Automatisierung bezweckte Leistungssteigerung effektiv erreicht werden? Oder braucht der Strassenverkehr ein Quentchen Anarchie zu seinem Funktionieren? Haftet in Zukunft der Bordcomputer für einen Unfall?
Das interdisziplinäre Symposium vom 25. Juni 2009 an der Universität Zürich bündelte seine Aufmerksamkeit auf Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Verkehrsautomatisierung und ihrer Bezüge zu Gesellschaft, Wirtschaft und Technik. Der Fokus lag auf der Zeit seit den 1950er-Jahren. Neben Beispiele aus der Vergangenheit, diskutierte die Konferenz das Automatisierungspotenzial im Schienenverkehr der Gegenwart und der Zukunft – und evaluierte seine Sozial- und Ökobilanz.
